Die Gebäudeversicherung

Gebäudversicherung TestsiegerBezogen auf die Beiträge stellt die Wohngebäudeversicherung die größte Versicherungsart innerhalb der Sachversicherungen dar. Es handelt sich hierbei um eine kombinierte Versicherung, die Wohngebäude gegen unterschiedliche Risiken abdeckt. 1, 2

Versicherte Gegenstände

Zu den versicherten Sachen einer Gebäudeversicherung gehören das eigentliche Gebäude sowie weitere Nebengebäude auf dem Grundstück und Garagen. Voraussetzung ist, dass die Gebäude zu über 50 % zu Wohnzwecken genutzt werden.

Ferner fallen auch alle fest mit dem Objekt verbundenen Komponenten, wie Türen, Fenster, Heizungen oder Einbauküchen und –schränke unter den Versicherungsschutz. Mieter, die eigene Umbauten durchführen, müssen diese jedoch im Rahmen einer Hausratversicherung absichern.3

Schlussendlich ist auch weiteres Zubehör, wie Alarm- und Fernwartungsanlagen, mitversichert, solange diese der Instandhaltung der des versicherten Gebäudes dienen.

Deckungsumfang

Versichert sind

  • Mietausfall
  • Schäden  an den versicherten Sachen
  • Aufräum- und Abräumarbeiten
  •  Schäden durch Brand, Explosion, Implosion oder Blitz
  • Schäden durch Leitungswasser oder Frost
  • Schäden durch Hagel oder Sturm ab Windskala 8

Nicht versichert sind Schäden durch

  • Erdbeben
  • Innere Unruhen
  • Kriegsereignisse
  • Kernenergie
  • grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz
  • Elementarschäden
  • Erdsenkung, Erdrutsch

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Leistungen

Die Leistungsobergrenze liegt bei der vereinbarten Versicherungssumme. Sie sollte so gewählt sein, dass sie immer dem Neubauwert des Gebäudes entspricht, damit bei einer völligen Zerstörung vollständig Ersatz in Form eines Wiederaufbaus geleistet werden kann.5

Um die Preisentwicklung in der Bauindustrie in den Prämien und der Leistung abzubilden, bietet sich der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung mit gleitendem Neuwertfaktor an.

Wertberechnung

Als Grundlage für die gleitende Neuwertversicherung wird für das zu versichernde Gebäude der Versicherungswert 1914 bestimmt. Die Versicherungssumme 1914 entspricht dem lokal üblichen Neubauwert des Wohngebäudes im Jahr 1914.6

Beim 1914er Wert handelt es sich um einen fiktiven Rechenwert, der die einheitliche Basis zur Berechnung des Gebäudeneuwertes und der Prämien bildet. Das Jahr 1914 ist deshalb die Basis, da dies das Jahr war, in dem die Baupreise letztmalig stabil waren, Deutschland über eine durch Gold gedeckte Währung besaß und die Baupreise nicht äußeren Einflüssen, wie kriegerischen Auseinandersetzungen, unterworfen waren.7

Es gibt weitere Möglichkeiten neben dem gleitenden Neuwert, jedoch ist bei diesen Varianten die Leistung auf die Versicherungssumme begrenzt.

  1. Gemeiner Wert

    Der Gemeine Wert wird durch den Preis bestimmt, der in einem gewöhnlichen Geschäftsverkehr  nach der Beschaffenheit des Gutes bei einem Verkauf zu erzielen wäre. Es handelt sich um einen Bruttowert.

  1. Zeitwert

    Unter dem Zeitwert versteht man den Neuwert des Gebäudes abzüglich eines Betrages für Abnutzung, Alter und Gebrauch.

  1. Neuwert

    Beim Neuwert handelt es sich um den Betrag, der zur Wiederbeschaffung aufgebracht werden muss, um ein Objekt gleicher Art, Qualität und Funktionalität zu erhalten. Konkret handelt es sich also um den Wiederbeschaffungswert am Tag, an dem der Schaden eingetreten ist.

Beitragsbemessung

Auf die Beitragsbemessung der Wohngebäudeversicherung haben mehrere Faktoren einen Einfluss.

  • Bauweise
  • Nutzungsart
  • geographische Lage
  • versicherte Gefahren
  • vereinbarte Versicherungssumme

Übertragung

Bei einem Eigentümerwechsel, beispielsweise durch einen Verkauf oder eine Erbschaft, wird die Wohngebäudeversicherung automatisch übertragen. Diese kann jedoch innerhalb von vier Wochen nach Eintragung im Grundbuch gekündigt werden.8

Aktuelle Wohngebäudeversicherung Testsieger bei Focus Money

Der letzte Gebäudeversicherung Test stammt noch aus dem Jahr 2015 und erschien in der Nr. 41 des Wirtschaftsmagazins Focus Money. Gemeinsam mit der Rating-Agentur Franke und Bornberg wurden 62 Gebäudeversicherungstarife von 98 Gesellschaften auf den Prüfstand gestellt. Anhand von Verbraucherinformationen, Antragsformularen und Versicherungsscheinen wurden Preis und Leistung der Tarife analysiert. Insgesamt kamen 70 Bewertungskategorien zustande, die je nach Schadenswahrscheinlichkeit unterschiedlich gewichtet wurden.9

Bewertet wurden nur Tarife, die ihren Kunden einen Top-Schutz bieten und auch bei Elementarschäden greifen. Auch auf die häufigsten Stolperfallen in den Verträgen wurde Rücksicht genommen: Wohngebäudeversicherung Tarife, die beispielsweise nur einen örtlich begrenzten Überspannungsschutz bei Blitzschlag bieten, sind keine Tarife mit Tops-Schutz.

Da eine Gebäudeversicherung je nach Standort der zu versichernden Immobilie unterschiedliche Kosten verursacht, haben sich die Tester entschieden, fünf Modellstädte (Hamburg, Berlin, München, Köln und Hannover)  für den Test auszuwählen. Das Modellhaus war ein privat genutztes Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 134m², Modellkunde ein 41-jähriger Familienvater in Vollzeit.

Und dies sind die fünf Testsieger im Wohngebäudeversicherung Test von Focus Money:

Focus Money Wohngebäudeversicherung Testsieger
GesellschaftTarifGesamtnote
DomcuraEinfamilienhauskonzept TOP-Schutz1,3
WaldenburgerGrunddeckung1,3
AxaBOX flex EFH/ZFH – Wohnflächenmodell1,5
degeniacasa otimum1,5
MedienversicherungPremium-WFL1,5

Einzelnachweise zum Thema Wohngebäudversicherung

  1. finanzen.de: Gebäudeversicherung Test – Jetzt Testsieger vergleichen!, Abgerufen am 15.01.2016
  2. haus-finanzieren.org: Wohngebäudeversicherung – Tests und Vergleichsrechner, Abgerufen am 13. November 2015
  3. Nguyen/Romeike: Versicherungswirtschaftslehre (2013), S.205 – 210
  4. Stiftung Warentest: Wohngebäudeversicherung und Gebäudeversicherung, Abgerufen am 13. November 2015
  5. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.: Wohngebäudeversicherung |  GDV, Abgerufen am 13. November 2015
  6. Wikipedia: Wohngebäudversicherung, Abgerufen am 13. November 2015