Pfusch am Bau vermeiden: Was Bauherren tun können

Für Verbraucher mit Eigenheimwunsch stellt Pfusch am Bau eine der größten Ängste dar, wenn sie sich für den Hausbau entscheiden. Spät entdeckte Mängel sind dabei nicht nur teuer, sondern können auch lange Auseinandersetzungen mit der Baufirma nach sich ziehen. Wichtig ist die richtige Vorbereitung auf das Vorhaben Hausbau.

Ärgerlich und teuer: Pfusch am Bau

Den Traum vom Haus erfüllen sich Menschen in der Regel nur einmal im Leben. In das Projekt stecken sie dabei nicht nur viel Geld, sondern auch eine Menge Nerven. Daher ist es wünschenswert, dass der Hausbau ohne Probleme verläuft. Doch häufig werden Bauherren mit Baupfusch konfrontiert. Wer dies noch während der Bauphase entdeckt, kann sich dabei meist glücklich schätzen, denn die Behebung der Mängel gestaltet sich vergleichsweise einfach. Doch wenn sich der Pfusch am Bau, beispielsweise ein undichtes Dach, erst Monate nach Fertigstellung des Hauses zeigen, ist es für Hausbesitzer umso schwieriger, den Schaden mit der Baufirma zu regulieren. Bauherren sollten daher vorbeugen und sich Hilfe holen.

Architekt oder Baubegleiter während Bauphase hinzuziehen

Wer einen Architekten beauftragt, kann das Risiko von Baupfusch minimieren. Allerdings setzen nur noch die wenigsten künftigen Hausbesitzer auf die Expertise des Fachmanns. Eine Alternative stellt das Hinzuziehen eines unabhängigen Baubegleiters dar. Dieser steht Bauherren vom Vertragsabschluss bis zur Schlussabnahme des Hauses zur Seite und kontrolliert regelmäßig die Baustelle, möglichst vor Beginn eines neuen Arbeitsabschnittes. Fehler werden so schnell aufgedeckt und können behoben werden. Die Baubegleitung kostet zwar einige tausend Euro. Doch angesichts der möglichen Kosten, die durch erheblichen Pfusch am Bau verursacht werden, ist dies eine lohnenswerte Investition.

Wichtige Tipps, um Pfusch am Bau vorzubeugen

Um Ärger mit der Baufirma zu vermeiden, ist es sinnvoll, Leistungen im Vertrag so detailliert wie möglich festzuhalten. Dazu zählt etwa, welche Materialen und Produkte genau verwendet bzw. verbaut werden. Zudem sollten Bauherren auf eine Zahlung nach Baufortschritt und nicht nach Bauzeit achten. Sonst müssen sie gegebenenfalls für Leistungen aufkommen, obwohl es in der verstrichenen Zeit zwischen zwei Zahlungen keinen Fortschritt auf der Baustelle gegeben hat. Hilfreich ist es außerdem, sich eine sogenannte Gewährleistungsbürgschaft vom Bauunternehmen vorweisen zu lassen. Sie stellt sicher, dass Mängel auch dann behoben werden, wenn die Baufirma in der Zwischenzeit insolvent gegangen ist.

Wenn sich der Rechtsstreit nicht vermeiden lässt

Geraten Bauherr und Bauträger wegen Pfusch am Bau aneinander, ist ein Rechtsstreit manchmal unausweichlich. Doch viele Hausbesitzer scheuen den Gang vor das Gericht, da dieser mit hohen Kosten für Anwalt und Prozess verbunden ist. Viele künftige Eigentümer erkunden sich daher vor Abschluss des Bauvertrags nach einer Rechtsschutzversicherung, die im Ernstfall für diese Ausgaben einspringt. Doch da es bei solchen Auseinandersetzungen oftmals um hohe Summen geht, bieten nur wenige Anbieter einen entsprechenden Rechtsschutz-Baustein ein.

Nur wenige Anbieter für Rechtsschutzversicherung

Einer der wenigen Versicherer ist ARAG. Die Bauherren-Versicherung ist Teil des „Premium Rechtsschutzes“. Allerdings sind die Leistungen hierbei auf 10.000 Euro während der gesamten Versicherungszeit beschränkt. Darauf weist der Fachanwalt Peter Storsberg in einem Beitrag des Deutschlandfunks hin. Umfassender, aber auch teurer ist die Rechtsschutzversicherung der ÖRAG. Mit ihr sind Kosten bis 100.000 Euro abgedeckt. Das Angebot gilt jedoch nicht für jeden Verbraucher, sondern ist daran geknüpft, ein Darlehen bei der Sparkassen-Finanzgruppe aufzunehmen.

Da die Angebote vergleichsweise neu sind, gibt es noch keinen Rechtsschutzversicherung Test, in dem sie berücksichtigt und beurteilt werden. Wer daher nach einem passenden Rechtsschutz sucht, sollte sich gegebenenfalls von einem Experten unterstützen lassen, der den Markt genau kennt.